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Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med.
G. Heuft
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Abschlußbericht
Diagnostik von
Arbeitsmotivation bei Rehabilitationspatienten – - April 2006 - |
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Projektförderung |
Verein für Rehabilitationsforschung (VFR) e. V. Norderney |
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Förderkennzeichen |
VFR Projekt 84 |
| Projektleitung |
Prof. Dr. med. Bernhard
Greitemann1 |
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1Klinik
Münsterland der LVA Westfalen, Bad Rothenfelde; |
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| Förderzeitraum |
01.01.2003 - 31.12.2005 |
| Projektverlauf |
Das Projekt verlief wie
beantragt.
Zu Beginn des Projektes
erfolgte eine Interviewstudie zur Konzeptualisierung des Konstruktes
Arbeitsmotivation. Daran schlossen sich zwei Querschnittsuntersuchungen
und eine
Längsschnittuntersuchung mit drei Messzeitpunkten in der medizinischen
Rehabilitation an. Durch diese Datenerhebungen an über 1200 Rehabilitanden
konnte ein umfassender Datenpool gewonnen werden. Auf diesem Wege
gelang es,
ein reliables und valides Assessmentinstrument zur multidimensionalen
Diagnostik von Arbeitsmotivation zu entwickeln und zu evaluieren. |
| Hintergrund/Ziele |
Es besteht in den
Rehabilitationswissenschaften Einigkeit darüber, dass motivationale
Faktoren wesentliche Einflussfaktoren für den Verlauf und den Erfolg von
Rehabilitationsmaßnahmen sind. Bislang gibt es auch international keine
Instrumente zur Diagnostik von Arbeitsmotivation, die für die Bereiche der
Rehabilitation oder medizinischen Versorgung entwickelt oder adaptiert
wurden. Um bei Rehabilitanden arbeitsbezogene Motivationsstrukturen mit
ihren Stärken und Defiziten abbilden zu können, wurde eine
multidimensionale Betrachtung des Konstruktes Arbeitsmotivation
vorgenommen und auf Basis einer Interviewstudie (N = 26)
konzeptualisiert. Drei neue Konzepte entstanden, denen 12 Inhaltsbereiche
mit insgesamt 202 Items zugeordnet wurden. Motivationales Selbstbild
(MS) mit sechs Bereichen; Motivationale Handlungsentwürfe (MH) und
Motivationale Passung (MP) mit je drei Bereichen. Ziel war die
psychometrische Entwicklung und Evaluation eines validen und reliablen
Assessmentinstrumentes zur Diagnostik von Arbeitsmotivation
operationalisiert über diese drei Konzepte. |
| Methodik |
Eine Vorversion des
Fragebogens (202 Items) kam bei zwei Stichproben zum Einsatz, eine aus der
medizinischen (MedReha: N = 225) und eine aus der beruflichen
Rehabilitation (N = 300). Auf Basis exploratorischer und
konfirmatorischer Faktorenanalysen mit den Daten aus der MedReha erfolgte
eine Revision des Fragebogens mit deutlicher Reduzierung des Itempools (98
Items). Bei den Konzepten MS und MH konnten stabile Faktorlösungen in den
Daten gefunden werden, mit denen sich die Mehrzahl der konzeptualisierten
Konstrukte identifizieren ließen (MS: 5 Faktoren; MH 2 Faktoren). Die 7
Faktoren wurden mit Hilfe von Strukturgleichungsmodellierungen
konfirmatorischen Faktorenanalysen unterzogen und mit den Daten aus der
beruflichen Rehabilitation kreuzvalidiert. Eine revidierte Fassung des
Fragebogens kam bei einer Längsschnittuntersuchung zum Einsatz
(N : t0 =422;
t1 =190; t2 = 85).
Nach weiteren Item- und Skalenanalysen verblieben 57 Items in der Schlussfassung des Fragebogens. |
| Ergebnisse |
Da sich bei dem Konzept MP
keine konsistenten, inhaltlich interpretierbaren Faktorlösungen finden
ließen, wurden drei
Bereiche inhaltlich-rational abgeleitet. Alle Faktoren von MS (5) und MH (2) konnten
in konfirmatorischen Faktorenanalysen bestätigt und durch Analysen der
Längsschnittuntersuchung optimiert werden.
Das neu
entwickelte Diagnostikinstrument für Arbeitsmotivation (DIAMO) weist gute
psychometrische Eigenschaften auf und beim Großteil der Skalen lässt sich
eine stichprobenunabhängige stabile Struktur finden. In der Schlussfassung
sind den drei Konzepten 57 Items zugeordnet (MS: 29; MH: 12; MP: 16).
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| Schlussfolgerungen |
Aufgrund der Kreuzvalidierung
mit Stichproben aus verschiedenen Bereichen besitzt das DIAMO das Potential
zur Generalisierbarkeit, um auch in anderen Bereichen als der medizinischen
Rehabilitation zum Einsatz zu kommen. Das DIAMO ist ein reliables und
valides Verfahren zur multidimensionalen Erfassung von Arbeitsmotivation.
Durch
die differenzielle Diagnostik von Arbeitsmotivation können einerseits
Rehabilitanden hinsichtlich der Ausprägung ihrer Arbeitsmotivation
differenziert werden und andererseits kann eine günstige Verbindung für
gezielte berufsbezogene Interventionen hergestellt werden. |
| Umsetzbarkeit der Ergebnisse |
Im Rahmen des Projekts konnte
eine Datengrundlage bezüglich des für die Rehabilitation wichtigen
Konstruktes Arbeitsmotivation geschaffen und ausgewertet werden. Mit dem
DIAMO ist eine multidimensionale Motivationsdiagnostik unter
arbeitsbezogenen Gesichtspunkten möglich. Der Erfassung motivationaler
Faktoren (zu Beginn oder im Vorfeld einer Reha-Maßnahme) kommt aus
verschiedenen Gründen eine entscheidende Bedeutung zu. Somit wäre eine
Verbesserung der differenziellen Zuweisung zu bestimmten Behandlungsformen
möglich. Patienten mit mangelnder Motivation könnten entsprechende
psychosoziale Interventionsmaßnahmen angeboten werden, wodurch ein
verbesserter Reha-Erfolg zu erwarten wäre. |
| Publikationen/ Poster/ Präsentationen
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Erstellt Mai 2006; letzte Änderung Dez. 2007 [Dr. R. Fiedler] [Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie] |